Das Wetter für den 28. Oktober 2012 sah nicht gerade motivierend aus. So wurde Schneefall und Temperaturen um die Null Gradgrenze vorhergesagt. Trotzdem machte ich mich um sieben Uhr morgens auf den Weg zum Verkehrshaus in Luzern.

Wichtig vor dem Start war nun, den Körper warm zu halten und sich optimal aufzuwärmen. So machte ich mein gewohntes Warmup, wie ich es bereits mehrfach vor den Trainings und Wettkämpfen gemacht habe.

Um neun Uhr startete ich im ersten Block auf die 42 Kilometer Strecke. Die ersten 21 Kilometer liefen einwandfrei. So konnte ich den Wendepunkt, nach ca. 20,5km, in 1h 35min passieren. Die Pace der ersten Runde war mit 4.27 höher als geplant. Trotzdem konnte ich ohne Schwierigkeiten auf die zweite Runde.

Zu Beginn der zweiten Runde konnte ich weiterhin mein anvisiertes Tempo laufen und war lange Zeit vor den Pacemakern mit der Zeitmarke von 3h 15min. Ab Kilometer 33 dann die ersten Probleme. So verspürte ich im rechten Hüftgelenk einen stechenden Schmerz, der immer stärker wurde. Auch die linke Wade spürte ich langsam. Dadurch musste ich das Tempo reduzieren. Zusätzlich zu diesen Problemchen natürlich noch der Umstand, dass die Schuhe und Socken aufgrund des Schnees und Pflotschs komplett durchnässt waren.

Dann der grosse Schock. Kurz vor dem KKL bei Kilometer 39 versteifte sich mein Bein so sehr, dass ich dies nicht mehr bewegen konnte. Nun hiess es, die Muskeln mit den Händen zu lockern und mit dem Fuss Gegendruck zu geben, damit die letzten Kilometer noch beendet werden können. Nach rund zwei Minuten konnte ich dann langsam wieder anlaufen und die letzten Kilometer in Angriff nehmen. Schon nach der ersten KKL-Durchquerung freute ich mich auf die zweite, da die Stimmung im KKL sensationell war.

Der letze Kilometer vor dem Ziel erschien mir endlos. Als ich dann auf die Zielgerade einbiegen konnte, freute ich mich so sehr, dass die Schmerzen kurze Zeit vergessen waren.

So konnte ich den Lucerne Marathon 2012 (Winteredition) mit einer Zeit von 3h 24min und 38sek beenden.

Jetzt heisst es regenerieren und in zwei Wochen geht’s wieder mit dem Aufbautraining los. das nächste Ziel wurde ja bereits Mitte September definiert.

Ich möchte mich noch bei allen Freunden und Kollegen für die Unterstützung am Strassenrand bedanken. Es war eine der wichtigsten Motivationen, um diese Strecke bei diesen Verhältnissen zu absolvieren. Besonders möchte ich meinem Bruder Christian danken, welche für mich den Logistiksupport übernommen hat und geschaut hat, dass ich am Ziel nicht erfrieren musste. VIELEN DANK!

Nachtrag:
Anbei noch die Grafik mit der Pace pro Kilometer. Es ist ersichtlich, dass ich bis Kilometer 32 gut in der Zeit war, anschliessend kam der Einbruch. Die dunkelblaue Linie zeigt die angestrebte Pace von 4.38.